IP-System: Was ist neu 2020?

Aktuelles IP-System kurz erklärt

Die Integration von Personen mit Fluchthintergrund ist eine wichtige Verbundaufgabe, die der Bund, der Kanton und die Gemeinden gemeinsam wahrnehmen. Für die Integrationsförderung von vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlingen zahlt der Bund den Kantonen pro vorläufiger Aufnahme bzw. Asylgewährung eine einmalige Integrationspauschale (IP). Da vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge zu Beginn des Integrationsprozesses in der Schweiz meist noch sozialhilfeabhängig sind, ist die kommunale Sozialhilfe bzw. Asylfürsorge als fallführende Stelle (FFST) operativ zuständig für die Integrationsförderung.

Im Kanton Zürich ist die Fachstelle Integration für die Verwendung der IP zuständig. Mit den Mitteln aus der IP finanziert die Fachstelle das sogenannte IP-System, das die FFST in ihrer Integrationsaufgabe unterstützt. Das aktuelle IP-System besteht aus einem allgemeinen Grundangebot sowie ergänzend dazu aus einer Einzelfallfinanzierung (Finanzierung einzelner Angebotsplätze).

Seit dem 1. Mai 2019 erfolgt mit der Integrationsagenda ein wichtiger Impuls: Bund und Kantone haben sich auf eine verbindliche, gezielte und intensivere Förderung von Personen mit Fluchthintergrund und auf eine Erhöhung der IP geeinigt. Seitdem wird die Integrationsagenda im Kanton Zürich (IAZH) schrittweise umgesetzt. Die Jahre 2019 und 2020 sind Übergangsjahre bis zur vollständigen Umsetzung ab 2021. 

Bisherige Neuerungen

  • Grundangebot: Das Grundangebot wurde erweitert. Im Basiskurs Deutsch und Integration werden seit dem 1. Mai 2019 fünf Module (statt drei) finanziert und die Platzzahl in der Integrationsbegleitung wurde ausgebaut. Seit dem 1. Mai 2019 haben auch Asylsuchende Zugang zum Basiskurs Deutsch und Integration.
  • Einzelfallfinanzierung: Seit dem 1. Mai 2019 können neben Angeboten mit Schwerpunkt praktische Qualifizierung zusätzlich Alphabetisierungsangebote und Bildungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene über die IP-Einzelfallfinanzierung mitfinanziert werden. Ausserdem haben auch Asylsuchende seit dem 1. Mai 2019 Zugang zu Alphabetisierungsangeboten.
  • Muttersprachliche Erstinformation: In den kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen wird das muttersprachliche Angebot zur Erstinformation intensiviert und in verschiedenen Formaten umgesetzt.

Neuerungen im Übergangsjahr 2020

IP-System im Übergangsjahr 2020

  • Grundangebot: Ab 1. Januar 2020 steht den FFST das Angebot START! Berufsbildung zur Verfügung, das als kantonales Angebot vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge auf die Anforderungenund Angebote der (Berufs-)Bildung vorbereitet.
  • Einzelfallfinanzierung: Ab 1. Januar 2020 können zusätzlich semi-intensive Deutschkurse (8 bis 12 Lektionen pro Woche) auf dem GER-Sprachniveau A1/A2 über die Einzelfallfinanzierung finanziert werden.
  • Muttersprachliche Erstinformation: In den kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen wird das muttersprachliche Angebot zur Erstinformation in verschiedenen Formaten umgesetzt.
  • Integrationsorientierte Fallführung: In den kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen wird ein Integrationscoaching für alle vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge durchgeführt, welches eine erste Abklärung und Zuweisung in externe Angebote beinhaltet. Der Informationsfluss ist für die durchgehende Fallführung sichergestellt.
  • Ergänzende spezifische Angebote: Die spezifischen Angebote in den Bereichen Zusammenleben und Frühe Kindheit werden aufgebaut sowie Handlungsfelder im Bereich der Angebote und Projekte für Personen mit psychischen Belastungen definiert.

Vollständige Umsetzung ab 2021

  • Muttersprachliche Erstinformation: In den kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen werden muttersprachliche Erstinformationen in verschiedenen Kursformaten angeboten.
  • Integrationsorientierte Fallführung: In den kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen wird ein Integrationscoaching für alle vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge durchgeführt, welches eine erste Abklärung und Zuweisung in externe Angebote beinhaltet. Ausserdem ist der Informationsfluss für die durchgehende Fallführung sichergestellt.
  • Kommunale Kostendächer: Ein erheblicher Teil der Mittel aus der IP wird nach einem bestimmten Schlüssel jährlich auf die FFST der kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen sowie der Gemeinden verteilt (Kostendach pro FFST).
  • Kantonaler Angebotskatalog: Die FFST nutzen die Angebote, welche entweder vom Kanton bereitgestellt werden oder zuvor durch die Fachstelle Integration akkreditiert worden sind. Die Fachstelle berät die FFST und stellt ihnen die Listen der Angebote, die über die IP finanziertwerden, zur Verfügung (kantonaler Angebotskatalog).