FAQ - Gesuchseingabe

Auf dieser Seite werden laufend die wichtigsten Fragen und Antworten in Bezug auf die Gesuchseingabe und zu den kantonalen Vorgaben in den Förderbereichen Abklärung, Sprache, Bildung und Arbeitsintegration veröffentlicht. Wir  empfehlen Ihnen, diese Webseite regelmässig bis zum Ende der Eingabefrist zu besuchen. Falls Sie weitere Fragen zur Gesuchseingabe haben, schreiben Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse: akkreditierung-iazh@ji.zh.ch. Falls Sie spezifischere Fragen haben, richten Sie sich am besten direkt an die zuständige Fachperson.

Übergeordnete Fragen

Was passiert, wenn bei der Gesucheingabe ein Fehler gemacht wird?

Sollte ein offensichtlicher Fehler zu einer Nicht-Akkreditierung führen, wird die FI Rücksprache mit der anbietenden Institution nehmen.

Wie gross ist die Zielgruppe im Kanton Zürich, an die sich die Fördermassnahmen der spezifischen Integrationsförderung im Rahmen der IAZH richten?

Per Ende März 2020 hielten sich 8455 vorläufig Aufgenommene im Kanton Zürich auf, davon sind 5690 Personen im erwerbsfähigen Alter sowie 7505 anerkannte Flüchtlinge, davon 4740 im erwerbsfähigen Alter. Dies sind total 15'960 Personen (SEM Stand 31. März 2020).
An diese Zielgruppen richten sich die Fördermassnahmen im Rahmen der IAZH. Über den Integrationsförderbedarf dieser Personen liegen dem Kanton keine systematischen Daten vor.  

Die Vorgaben halten fest, dass die Angebote über die Kantonalen Vorgaben hinausgehende zusätzliche Elemente beinhalten können. Müssen diese zusätzlichen Elemente Teil des Konzepts bei der Gesuchseingabe sein?

Ja, das Konzept hat das Angebot als Ganzes zu beschreiben. Deshalb gehören zusätzliche Elemente ins Konzept. Angebote können als Ganzes (also mit den zusätzlichen Elementen) über die IP abgerechnet werden.

Bei gewissen Angebotsarten gibt es Ausnahmen von der Pflicht zur Einreichung eines Zertifikats. Anstelle des Zertifikats ist eine Dokumentation des internen Qualitätsmanagements unter Berücksichtigung der im Pflichtenheft aufgeführten Massnahmen einzureichen. Wie ist das konkret zu verstehen? Bezüglich welcher Ebene (anbietende Institution oder Angebot) muss der Nachweis erbracht werden?

Die Themen Personalentwicklung sowie Sicherstellung von relevanten Prozessen sind auf der Ebene der anbietenden Institution in den Grundzügen abzubilden.
Evaluation und Weiterentwicklung beziehen sich auf die Ebene des Angebots. Es muss ersichtlich sein, wie wie Evaluation und die Weiterentwicklung des Angebots in die gesamte Institution eingebettet sind.

Wenn es innerhalb eines Angebots unterschiedlich intensive Varianten gibt, müssen dann zwei Konzepte eingereicht werden?

Sofern es sich bei den unterschiedlichen Varianten lediglich um verschiedene Intensitäten im Ablauf handelt, die Zielgruppe und Zielsetzungen jedoch dieselben sind, reicht ein Konzept. Die unterschiedliche Intensität kann beispielsweise bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.

Ist es möglich, innerhalb eines akkreditierten Angebots zusätzlich zu den fest angestellten Mitarbeitenden Freiwillige zu beschäftigen?

Grundsätzlich ist die Beschäftigung von Freiwilligen innerhalb eines akkreditierten Angebots möglich. Bedingung dafür ist eine Abgrenzung zwischen den Mitarbeitenden, die für die Durchführung des Angebots notwendig sind (Verpflichtung zu orts- und branchenüblichem Lohn) und denjenigen Mitarbeitenden, die für zusätzliche Leistungen eingesetzt
werden (keine Verpflichtung zu orts- und branchenüblichem Lohn).

Ist es möglich in einem Konzept einen Verweis auf ein anderes Konzept zu machen?

Nein, es ist nicht möglich auf ein anderes Konzept zu verweisen, denn jedes Konzept muss in sich abgeschlossen sein. Inhalte eines Konzepts, auf das verwiesen wird, werden nicht geprüft.

Werden die bei der Akkreditierung eingereichten Konzepte auf der Website der Fachstelle Integration zur freien Einsicht aufgeschaltet?

Die vollständigen Konzepte werden auf der Website der Fachstelle Integration nicht hochgeladen. Hochgeladen wird eine Übersicht resp. die Kurzinfo zu jedem Angebot, die im kantonalen Angebotskatalog abgerufen werden kann. Dies beinhaltet auch einen Link auf die anbietende Institution resp. auf die Beschreibung des Angebots der anbietenden Institution.

Sind während der Laufzeit der Angebote Pausen möglich (bspw. aufgrund von Weiterbildungen, Abklärungen oder aus gesundheitlichen Gründen der Teilnehmenden)?

Diese Frage ist jeweils auf individueller Basis zwischen den anbietenden Institutionen und den fallführenden Stellen zu regeln.

Kantonale Vorgaben Abklärung

Muss die Anbietende Institution zwingend eine fixe Dauer für das Praxisassessment festlegen? Kann die Dauer des Angebots in Absprache mit der fallführenden Stelle festgelegt werden und sich von Person zu Person unterscheiden?

Die anbietende Institution ist verpflichtet, bei der Akkreditierung eine fixe Anzahl Wochen für die Angebotsart "Praxisassessment" einzugeben.
Allenfalls kann es optional noch eine Verlängerung geben. Die Dauer dieser allfälligen Verlängerung muss jedoch in der Gesuchseingabe bereits bestimmt sein.

Kantonale Vorgaben Arbeitsintegration

Bei Angeboten mit weniger als 20 Teilnehmendenplätzen pro Jahr kann an Stelle einer Zertifizierung ein internes Qualitätsmanagement eingereicht werden. Bezieht sich diese Ausnahmeregelung auf die Anzahl Plätze für die Zielgruppe oder auf die Anzahl Plätze im gesamten Angebot oder der Organisation (Ziff. 3.1.3.; 3.2.3.; 3.3.3.; 3.4.3.)?

Diese Ausnahmeregelung bezieht sich auf die Plätze der Zielgruppe der vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge, die über eine fallführende Stelle zugewiesen werden.

Was ist unter dem Begriff Berufsfachperson bei der Angebotsart "Interne Arbeitseinsätze" zu verstehen (Ziff. 4.2. Qualifikationen Mitarbeitende)?

Eine Berufsfachperson in der Angebotsart "Interne Arbeitseinsätze" ist in der Lage, die Teilnehmenden fachlich in ihre Tätigkeit einzuführen, anzuleiten und zu begleiten. Es wird keine berufliche Grundbildung im entsprechenden Fachgebiet vorausgesetzt.

Was ist im Modul 2 des Arbeitsintegrationscoachings unter dem Begriff Fördermassnahmen zu verstehen (Ziff. 3.4.4. Struktur)?

Unter Fördermassnahmen sind alle Massnahmen zu verstehen, die gemäss individueller Integrationsplanung sinnvoll sind. Es kann sich dabei um akkreditierte Angebote, aber auch um Angebote oder Massnahmen ausserhalb der Akkreditierung handeln. Fördermassnahmen sind beispielsweise Arbeitseinsätze in externen Betrieben, Praktika, Bildungsmassnahmen, ein Mentoring oder auch Massnahmen zur Gewährleistung einer Tagesstruktur.

Die Durchführung der Fördermassnahmen ist nicht Teil der Angebotsart Arbeitsintegrationscoaching.
Der Arbeitsintegrationscoach hat eine zuweisende, von aussen begleitende und koordinierende Rolle.  

Die Kantonalen Vorgaben beinhalten eine Struktur der Angebotsarten mit verschiedenen Elementen. Können die anbietenden Institutionen ihre Angebote zusätzlich unterteilen?

Ja, die in den Kantonalen Vorgaben vorgegebene Struktur kann im Konzept weiter unterteilt werden. Dies kann auch hinsichtlich der Preisgestaltung für einzelne Elemente relevant sein. Eine zusätzliche Unterteilung ist beispielsweise beim Modul "Bewerbungsunterstützung und Nachbegleitung" sinnvoll, da nicht alle Teilnehmenden beide Elemente beanspruchen und nur tatsächlich erbrachte Leistungen verrechnet werden können.

Als Nachweis für Bildungs- und Sprachförderanteile wird ein Kurzkonzept von maximal vier Seiten verlangt. Gilt die Anzahl Seiten für den Sprachförder- und Bildungsanteil zusammen oder pro Anteil?

Pro Bildungsanteil und pro Sprachförderanteil darf ein Kurzkonzept von jeweils maximal vier Seiten eingereicht werden.

Wenn das Modul "Bewerbungsunterstützung und Nachbegleitung" als Modul 3 des "Arbeitsintegrationscoachings" angeboten wird, muss es dann trotzdem in der Angebotsart "Arbeitseinsätze in externen Betrieben" noch einmal aufgeführt werden?

Das Konzept beschreibt das Angebot als Ganzes. Zur Angebotsart "Arbeitseinsätze in externen Betrieben" kann auch das Modul "Bewerbungsunterstützung und Nachbegleitung" gehören. Falls dies der Fall ist, muss das Modul im Konzept beschrieben werden. Das gilt in jedem Fall, also auch dann, wenn das Modul zusätzlich als Modul 3 des "Arbeitsintegrationscoaching" angeboten wird.  

In den Kantonalen Vorgaben im Bereich Arbeitsintegration steht zur Methodik unter anderem, dass das "Arbeitsintegrationscoaching" ("Jobcoaching") ein Instrument sei, das sich am wertebasierten und personenzentrierten Handlungskonzept von Supported Employment orientiere. Bei Supported Employment geht es jedoch um "place and train". Wie ist dieser Nachweis zu erbringen, wenn Arbeitseinsätze nicht zur Angebotsart "Arbeitsintegrationscoaching" gehören?

Beim Nachweis der Methodik sind Angaben dazu zu machen mit welchen Ansätzen und methodischen Grundsätzen die Zielsetzungen der einzelnen Module erreicht werden.
Die Methodik des "Arbeitsintegrationscoaching" orientiert sich an der Haltung und den entsprechenden Grundwerten des Supported Employment. Dieser Hinweis im Standard bedeutet jedoch nicht, dass bei der Angebotsart "Arbeitsintegrationscoaching" die Durchführung von Arbeitseinsätzen in externen Betrieben dazugehört. "Arbeitseinsätze in externen Betrieben" ist eine eigene Angebotsart.  

Kantonale Vorgaben Sprache

Beim Mindeststandard Struktur ist bei Deutsch lokal vorgegeben, dass die Unterrichtszeiten denjenigen der Volksschule angepasst sein müssen (Ziff. 3.2.4.). Kann von dieser Vorgabe abgewichen werden?

Zwecks Zielgruppenerreichung ist eine Anpassung an die Unterrichtszeiten der Volksschule zentral. Wenn es gewichtige Gründe gibt, davon abzuweichen, sind diese aufzuzeigen. Sofern die Abweichung gut begründet ist und plausibel aufgezeigt ist, wie die Zielgruppenerreichung dennoch sichergestellt ist, wird die Abweichung nicht zu einer Nicht-Akkreditierung führen.