Akkreditierung von Angeboten

Mit der vollständigen Umsetzung der Integrationsagenda Kanton Zürich (IAZH) ab 2021 können die fallführenden Stellen Geflüchtete neu direkt Angeboten zuweisen, die über die Integrationspauschale finanziert werden können. Im Rahmen der neuen dezentralen Mittelverwendung entfällt die bisherige Prüfung durch die Triagestelle der Stiftung Chance.

Kantonaler Angebotskatalog ab 2021

Die fallführenden Stellen nutzen zukünftig die Angebote, die entweder zuvor durch die Fachstelle Integration akkreditiert worden sind oder vom Kanton bereitgestellt werden. Diese Angebote werden ab Herbst 2020 in einem kantonalen Angebotskatalog aufgeführt, welcher laufend durch die Fachstelle aktualisiert wird.  

Angebote zu Abklärung, Sprachförderung, Bildung und Arbeitsintegration

Die Angebote zu Abklärung, Sprachförderung, Bildung und Arbeitsintegration werden im Übergangsjahr 2020 durch die Fachstelle akkreditiert und ab 2021 im Rahmen von kommunalen Kostendächern abgerechnet: Ein erheblicher Teil der Mittel aus der Integrationspauschale wird nach einem bestimmten Schlüssel jährlich auf die kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen und die Gemeinden verteilt. Diese bzw. mit der operativen Umsetzung betraute fallführende Stellen verwalten die Mittel selbst. Sie weisen die Geflüchteten auf der Basis einer Potenzialabklärung und Integrationsplanung geeigneten Integrationsangeboten zu und gelten die Anbietenden direkt ab.

Die Gemeinden erstellen ein Reporting zum Berichtsjahr zuhanden der Fachstelle. Diese überprüft das Reporting im Folgejahr und vergütet den Gemeinden die effektiven Kosten für die Nutzung der akkreditierten Angebote im Berichtsjahr unter Berücksichtigung des vereinbarten Kostendachs.

Angebote im Bereich Zusammenleben, Frühe Kindheit und für Personen mit psychischen Belastungen

Ausserhalb dieser akkreditierten Angebote sollen künftig auch solche der Bereiche Zusammenleben und Frühe Kindheit angeboten werden. Diese Angebote werden im Übergangsjahr 2020 aufgebaut und ab 2021 durch die Fachstelle den fallführenden Stellen zur Verfügung gestellt sowie zentral gesteuert und finanziert.

Im Rahmen der vorliegenden Akkreditierung können in allen Förderbereichen Angebote akkreditiert werden, die sich auch oder spezifisch an Personen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen richten. Zusätzliche Massnahmen und Angebote für diese Zielgruppe werden 2020 geprüft.

Akkreditierungsprozess 2020

Terminplan

Wann?Was?
31. März 2020Veröffentlichung des detaillierten Ablaufs, der «Kantonalen Vorgaben Akkreditierung» und der Unterlagen zur Gesuchseingabe auf der Website der Fachstelle Integration
30. Juni 2020

Ablauf Eingabefrist Gesuche

31. August 2020Ablauf Eingabefrist Preisangaben (Angebotspreise und Abbruch- sowie Annullierungskostenregelungen)

16. Oktober 2020

Bekanntgabe Entscheid Akkreditierung (schriftlicher Entscheid zur Aufnahme oder Ablehnung des Angebots an die anbietenden Institutionen)
November 2020Veröffentlichung der akkreditierten Angebote im kantonalen Angebotskatalog
ab 1. Januar 2021

Fallführende Stellen der kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen sowie der Gemeinden können akkreditierte Angebote nutzen

Eingabe des Gesuchs

Interessierte anbietende Institutionen reichen ihre Angebote zur Prüfung für eine Aufnahme in den kantonalen Angebotskatalog (Akkreditierungsprozess) per Gesuch und mit den geforderten Unterlagen bis zum 30. Juni 2020 über die Website der Fachstelle ein.

Detaillierte Informationen zum Akkreditierungsprozess und Vorgaben sowie die Unterlagen für die Gesuchseingabe finden Sie hier.

Angebotsarten für die Akkreditierung

Akkreditiert werden Angebote, nicht anbietende Institutionen. Die Angebote können auch für Personen offenstehen, die nicht Zielgruppe der IAZH sind. Ausserdem können auch Angebote mit Bindung an andere Vertragspartnerinnen und -partner akkreditiert werden.

Die folgenden Angebotsarten werden im Rahmen der IAZH akkreditiert:

FörderbereichAngebot
Abklärung

- Kompetenzerfassung

- Praxisassessment

Bildung

- Vollschulische Bildungsangebote

- Bildungsmodule

Sprache

- Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt (mit/ohne Kinderbetreuung)

- Deutsch lokal (mit/ohne Kinderbetreuung)

- Alphabetisierungskurse (mit/ohne Kinderbetreuung)

Arbeitsintegration

- Interne Arbeitseinsätze (Arbeitsmarktqualifizierung)

- Arbeitseinsätze in externen Betrieben (Arbeitsmarktqualifizierung)

- Branchenqualifizierung 

- Arbeitsintegrationscoaching

In der Übersichtsgrafik sind diese Angebotsarten in das Gesamtsystem der IAZH eingeordnet. Die Darstellung bildet das Gesamtsystem schematisch ab. Die akkreditierten Angebotsarten sind darauf rot markiert.

Ab 2021 wird für fallführende Stellen die Möglichkeit bestehen, in Ausnahmefällen und unter bestimmten Bedingungen auf begründeten Antrag bei der Fachstelle Massnahmen ausserhalb des kantonalen Angebotskatalogs über die Integrationspauschale abzurechnen.

Für Angebote von Freiwilligen besteht nicht die Möglichkeit, sich in den Bereichen Abklärung, Sprache, Bildung und Arbeitsintegration akkreditieren zu lassen. Die Fachstelle hat sich aus den folgenden beiden Gründen dagegen entschieden:

  • Orts- und branchenübliche Löhne: Dem Kanton ist es ein Anliegen, dass der bereits bestehende Lohn- und Wettbewerbsdruck in der Erwachsenenbildung durch das neue System der IAZH nicht noch weiter verschärft wird. Es sind deshalb in allen Angeboten orts- und branchenübliche Löhne zu entrichten.
  • Reporting und Controlling: Die Integrationsagenda definiert klare Wirkungsziele, die vom Kanton überprüft werden müssen und über welche er gegenüber dem Bund Rechenschaft abzulegen hat. Auch bestehen Vorgaben in Bezug auf Controlling und Abrechnung. Damit dies geleistet werden kann, sind institutionalisierte Angebotsstrukturen mit einem bestimmten Organisationsgrad notwendig, die eine
    verbindliche und kontinuierliche Förderung und Abwicklung der Leistungserbringung sicherstellen.

Informationen zu den ergänzenden Angeboten

Neben den akkreditierten Angeboten setzt die Fachstelle folgende ergänzende Angebote um:

Angebote im Bereich Zusammenleben

Im Kanton Zürich leistet eine Vielzahl von Freiwilligen einen wichtigen Beitrag zur Integrationsförderung und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit der IAZH wird das freiwillige Engagement im Bereich der sozialen Integration gestärkt.

Folgende Massnahmen werden finanziell unterstützt:

  • Mentoring-Angebote zur sozialen Integration: Organisationen bieten Mentoring-Angebote an oder unterstützen Gemeinden, Angebote aufzubauen und durchzuführen. Die Angebote fokussieren auf den Bereich Zusammeneben, indem Alltagsthemen vermittelt, der Zugang zu gesellschaftlichen Aktivitäten erleichtert und Kontakte zur Bevölkerung ermöglicht werden.
  • Weiterbildungen/Coachings für Freiwillige und Freiwilligenorganisationen: Gemeinden bzw. regionale Organisationen und Netzwerke werden im Aufbau und der Weiterentwicklung ihres Freiwilligenmanagements unterstützt. Es werden beispielsweise Weiterbildungen für Freiwillige oder individuelle Beratungen für Koordinationspersonen im Freiwilligenbereich angeboten.

Angebote im Bereich Frühe Kindheit

Ziel der IAZH im Bereich Frühe Kindheit ist es, den Zugang zu bestehenden institutionellen wie informellen Angeboten zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zu fördern. Zu diesem Zweck sollen Schlüsselpersonen Familien mit Kindern im Vorschulalter für das Thema der frühkindlichen Sprachbildung sensibilisieren.

Angebote für Personen mit psychischen Belastungen

Die Umstände vor, während und nach der Flucht in die Schweiz führen dazu, dass ein hoher Anteil der Geflüchteten psychisch belastet ist. Im Rahmen der IAZH ist darauf zu achten, dass Personen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen nicht von einer angemessenen Integrationsförderung ausgeschlossen werden. Ihre spezifischen Bedürfnisse gilt es als wichtiges Querschnittsthema zu berücksichtigen.