Akkreditierung von Angeboten

Mit der vollständigen Umsetzung der Integrationsagenda Kanton Zürich (IAZH) ab 2021 werden das Grundangebot und die Einzelfallfinanzierung des bisherigen IP-Systems durch ein neues System abgelöst. Ab dann können die fallführenden Stellen (FFST) die vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge neu direkt Angeboten zuweisen, die über die IP finanziert werden können. Im Rahmen der neuen dezentralen Mittelverwendung entfällt die bisherige Prüfung durch die Triagestelle der Stiftung Chance.

Kantonaler Angebotskatalog ab 2021

Die fallführenden Stellen (FFST) nutzen zukünftig die Angebote, die entweder zuvor durch die Fachstelle Integration akkreditiert worden sind oder vom Kanton bereitgestellt werden. Diese Angebote werden ab Oktober 2020 in einem Angebotskatalog aufgeführt, welcher laufend durch die Fachstelle aktualisiert wird.  

Angebote zur Abklärung, Sprachförderung, Bildung und Arbeitsintegration

Diese Angebote werden im Übergangsjahr 2020 durch die Fachstelle akkreditiert und ab 2021 im Rahmen von kommunalen Kostendächern abgerechnet: Ein erheblicher Teil der Mittel aus der IP wird nach einem bestimmten Schlüssel jährlich auf die FFST der kantonalen sowie kommunalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen verteilt (Kostendach pro FFST). Die FFST verwalten die Mittel selbst und weisen die vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge auf der Basis einer Integrationsplanung und Potenzialabklärung geeigneten Integrationsangeboten zu und gelten die Anbietenden direkt ab.

Die FFST erstellen ein Reporting zum Berichtsjahr zuhanden der Fachstelle Integration. Diese überprüft das Reporting der FFST im Folgejahr und gilt den FFST die effektiven Kosten für die Nutzung der akkreditierten Angebote im Berichtsjahr ab (bis zur maximalen Höhe des Kostendachs pro FFST).

Angebote im Bereich Zusammenleben und Frühe Kindheit sowie für Personen mit psychischen Belastungen

Diese Angebote werden im Übergangsjahr 2020 aufgebaut und ab 2021 durch die Fachstelle Integration den FFST zur Verfügung gestellt sowie zentral gesteuert und finanziert.

Informationen zum Akkreditierungsprozess

Interessierte anbietende Institutionen reichen ihre Angebote zur Prüfung für eine mögliche Aufnahme in den kantonalen Angebotskatalog ein (Akkreditierungsprozess), indem sie ein Gesuchsformular ausfüllen und zusammen mit den geforderten Unterlagen bei der Fachstelle einreichen.

Akkreditierungsgesuche können grundsätzliche laufend bei der Fachstelle Integration eingereicht werden. 2020 werden jedoch nur Gesuche für die Aufnahme per 1. Januar 2021 berücksichtigt, die in dem dafür vorgesehenen Zeitfenster eingereicht werden (vgl. Terminplan unten). Spätere Eingaben werden entsprechend später behandelt. In den darauffolgenden Jahren werden zweimal jährlich weitere Angebote akkreditiert. Die Termine werden rechtzeitig auf der Website der Fachstelle veröffentlicht.

Die Akkreditierung bildet die Voraussetzung dafür, dass Angebote in den kantonalen Angebotskatalog aufgenommen werden und die Leistungen über die IP abgerechnet werden können.

Terminplan Akkreditierung 2020

Wann?Was?
anfangs März 2020Veröffentlichung des detaillierten Ablaufs der kantonalen Vorgaben und Unterlagen zur Gesuchseingabe auf der Webseite der Fachstelle
4. Mai 2020

Eingabefrist für die Gesuche

bis 31. Juli 2020Prüfung der Angebote durch die Fachstelle
3.-15. August 2020Akkreditierung (schriftliche Mitteilung zur Aufnahme oder Ablehnung des jeweiligen Angebotes an die anbietenden Institutionen)

Oktober 2020

Veröffentlichung der akkreditierten Angebote (Angebotskatalog)
ab 1. Januar 2021FFST können akkreditierte Angebote nutzen

Anpassungen des Terminplans sind jederzeit möglich.

Geplante Angebotsarten für die Akkreditierung

Akkreditiert werden Angebote, nicht anbietende Institutionen. Die Angebote können auch für Personen offenstehen, die nicht Zielgruppe der IAZH sind. Ausserdem können auch Angebote mit Bindung an andere Vertragspartnerinnen und -partner akkreditiert werden. Die Kosten werden jeweils pro einmaliger Angebotsnutzung personenbezogen entgolten (keine Objektfinanzierung). Gemäss IAZH und dem aktuellen Stand der Planungen sind folgende Angebotsarten vorgesehen:   

FörderbereichAngebot
Abklärung

Kompetenzerfassung

Praxisassessment

Bildung

Vollschulische Bildungsangebote

Bildungsmodule

Sprache

Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt (mit/ohne Kinderbetreuung)

Deutsch lokal mit Kinderbetreuung

Alphabetisierungskurse (mit/ohne Kinderbetreuung)

Arbeitsintegration

Jobcoaching

Qualifizierende Arbeitseinsätze

Branchenqualifizierung

Informationen zu den ergänzenden Angeboten

Neben den akkreditierten Angeboten setzt die Fachstelle Integration folgende ergänzende Angebote um:

Angebote im Bereich Zusammenleben

Im Kanton Zürich leistet eine Vielzahl von Freiwilligen einen wichtigen Beitrag zur Integrationsförderung und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit der IAZH wird dieses Freiwilligen-Engagement gestärkt. Es werden beispielsweise Weiterbildungen für Freiwillige oder individuelle Beratungen für Koordinationspersonen im Freiwilligenbereich angeboten. Ein spezifischer Fokus wird zudem auf den Auf- und Ausbau von Tandemprojekten gelegt.

Um die konkreten Massnahmen zu definieren, führt die Fachstelle in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt des Kantons Zürich seit anfangs November 2019 eine Bedarfserhebung zur Freiwilligenarbeit in Form einer Onlineumfrage durch.  

Angebote im Bereich Frühe Kindheit

Ziel der IAZH im Bereich Frühe Kindheit ist es, den Zugang zu bestehenden institutionellen wie informellen Angeboten zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zu fördern. Zu diesem Zweck sollen Schlüsselpersonen Familien mit Kindern im Vorschulalter für das Thema der frühkindlichen Sprachbildung sensibilisieren. Eine Abstimmung Bedarfserhebung mit kantonalen und kommunalen Stellen sowie möglichen Trägerschaften von bereits bestehenden Angeboten wird Ende 2019 abgeschlossen. Der Aufbau der Angebote erfolgt plangemäss ab Sommer 2020.

Angebote für Personen mit psychischen Belastungen

Die Umstände vor, während und nach der Flucht in die Schweiz führen dazu, dass ein hoher Anteil der vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge psychisch belastet ist. Im Rahmen der IAZH ist darauf zu achten, dass Personen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen nicht von einer angemessenen Integrationsförderung ausgeschlossen werden. Ihre spezifischen Bedürfnisse gilt es als wichtiges Querschnittsthema zu berücksichtigen. Die Fachstelle Integration definiert im Laufe 2020 die Handlungsfelder in diesem Bereich.