Coronavirus: Integrationsangebote KIP

28.05.2020 - Mitteilung

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Der Bundesrat hat die Situation in der Schweiz durch die Ausbreitung des neuen Coronavirus am 16. März 2020 als «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz eingestuft. Der Präsenzunterricht wurde vom 16. März 2020 bis 10. Mai 2020 schweizweit vollständig eingestellt. An seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschied der Bundesrat, Präsenzveranstaltungen mit bis zu fünf Personen ab dem 11. Mai 2020 zu ermöglichen.

Am 27. Mai 2020 kündigte der Bundesrat weitere Lockerungungsmassnahmen an. Demnach kann ab dem 8. Juni 2020 der Präsenzunterricht an Schulen der Sekundarstufe II, der Tertiärstufe und der Weiterbildung aufgenommen werden unter der Voraussetzung, dass ein Schutzkonzept vorliegt.

Der Kanton Zürich setzt diese Vorgabe an allen Schulen, Berufsfachschulen, BVJ, Hochschulen und Ausbildungsstätten um.

Dies hat Auswirkungen auf alle im Rahmen des kantonalen Integrationsprogramms (KIP) subventionierten Dienstleistungen und Angebote:

Lockerungsplan: Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts ab 8. Juni 2020

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 27. Mai 2020 weitere Lockerungen für den Präsenzunterricht beschlossen. Diese betreffen im Wesentlichen die Sprach-, Bildungs- und Integrationskurse.

Die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts ist ab 8. Juni 2020 unter Einhaltung der folgenden Massnahmen erlaubt:

  • Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.
  • Verfplichtung zu einem Schutzkonzept.
  • Eine allfällige Kinderbetreuung muss im Schutzkonzept berücksichtigt sein. Der Verband Kinderbetreuung Schweiz (kibesuisse) hat Informationen und Empfehlungen im Umgang mit COVID-19 zusammengestellt. Die Fachstelle empfiehlt, sich daran zu orientieren.
  • Die Anzal der jeweils gleichzeitig im Präsenzunterricht anwesenden Lernenden ist zu beschränken. Die Bildungsinstitutionen teilen dazu, wenn nötig, die Klassen in zwei Gruppen. Aufgrund der grossen Unterschiede in der Ausgestaltung des Unterrichts und in den räumlichen Verhältnissen steht der Entscheid über die Aufteilung im Ermessen der einzelnen Bildungseinrichtungen.

Die Verkleinerung der Klassengrösse bedeutet in der Regel, dass durchschnittlich nur die Hälfte der Lektionen unterrichtet werden kann. Der Präsenzunterricht wird im Sinne des selbstorganisierten Lernens ergänzt mit Aufgaben und Aufträgen, die zu Hause bearbeitet und gelöst werden. Fernunterricht ist weiterhin möglich, insbesondere auch als Ergänzung des Präsenzunterrichts.

Entschädigungsregelung neu bis auf weiteres gültig

Halbklassenunterricht und die damit verbundenen Beschränkungen der Anzahl Teilnehmenden und der Anzahl Unterrichtslektionen bedeuten eine Leistungseinschränkung.

Die Fachstelle Integration sichert ihren Vertragspartnerinnen und -partnern die in den Leistungsvereinbarungen geregelten Subventionen trotz coronabedingten Leistungseinschränkungen und -ausfällen zu.

Anders als im Brief vom 1. April 2020 festgelegt, verlängert die Fachstelle den Zeitraum für diese Regelung über das Ende der ausserordentlichen Lage am 19. Juni 2020 hinaus, da der Halbklassenunterricht länger andauern wird. Über den genauen Zeitpunkt, ab dem diese Entschädigungsregel nicht mehr gilt, wird die Fachstelle später entscheiden. Die Vertragspartnerinnen und -partner sind angehalten, die Leistungen, die in diesem Zeitraum erbracht wurden, separat zu erfassen und im Rahmen der Berichterstattung an die Fachstelle auf Verlangen auszuweisen.

Wiederaufnahme der Anmeldungen im IP-System

Die Integrationsförderangebote im IP-System setzen die Lockerungen des Bundesrates sowie des Staatssekretariats für Migration (SEM) schrittweise um. Entsprechend können die fallführenden Stellen der kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen sowie der Gemeinden geflüchtete Personen ab sofort wieder bei der Triagestelle anmelden und die Triagestelle kann Abklärungen und Zuweisungen in Integrationsförderangebote vornehmen.

Dasselbe gilt für das  Angebot START! Berufsbildung der EB Zürich. Fallführende Stellen können geflüchtete Personen entsprechend wieder für die Potenzialabklärung beim Berufsinformationszentrum (biz) bzw. beim Laufbahnzentrum (LBZ) anmelden.

Lockerungsplan: Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts mit bis zu 5 Personen ab 11. Mai 2020

Der Bundesrat hat am 16. April 2020 entschieden, die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus ab dem 27. April 2020 schrittweise zu lockern (siehe Medienmitteilung).

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat in der Folge entschieden, dass für Kurse der Erwachsenenbildung, worunter auch die Sprach- und Integrationskurse des KIP (inkl. Integrationsagenda Kanton Zürich) fallen, die gleichen Lockerungsbedingungen wie für Berufsschulen und Universitäten gelten.

Dies bedeutet, dass ab dem 8. Juni 2020 in Sprach- und Integrationskursen wieder Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden können, sofern es die Lage erlaubt und die notwendigen Schutzvorkehrungen getroffen werden.

An seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschied der Bundesrat, Präsenzveranstaltungen mit bis zu fünf Personen bereits ab dem 11. Mai 2020 zu ermöglichen. Dieser Entscheid hat Auswirkungen auf die im Rahmen des KIP (inklusive Integrationsagenda) finanzierten Angebote und Programme der Integrationsförderung im Kanton Zürich.

Regelungen zu Angebotsarten:

Kurse

Präsenzveranstaltungen mit bis zu 5 Personen (z.B. vier Teilnehmende und eine Lehrperson) sind ab sofort möglich. Darunter fallen bspw. Sprach-, Bildungs- und Integrationskurse sowie Deutscheinstufungstests. Präsenzveranstaltungen mit mehr als 5 Personen sind weiterhin nicht erlaubt.

Einzelsettings

Persönliche Beratungsgespräche, bspw. im Rahmen von Erstinformationsgesprächen, Potenzialabklärungen oder Coachings sind ebenfalls ab sofort möglich. Die Schalter und Sitzungsräume für Beratungsgespräche sind so auszugestalten, dass der Schutz aller Beteiligten gleichermassen gewährleistet ist.

Spielgruppen

Gemäss den Empfehlungen des Schweizerischen SpielgruppenleiterInnen-Verbands (SSLV) können grundsätzlich auch Spielgruppen unter Einhaltung der Hygieneregeln ab dem 11. Mai wieder öffnen. Der SSLV empfiehlt die übliche Gruppengrösse von max. 12 Kindern. Insofern kann die Förderung im Rahmen von Spielgruppen mit Sprachbildung wieder erfolgen.

Schutzkonzepte und Kontrollen

Gemäss Bundesratsentscheid müssen Betriebe, die wieder geöffnet werden, über Schutzkonzepte verfügen. Darin muss ersichtlich sein, wie die Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG eingehalten werden. Verantwortlich für die Erstellung der Schutzkonzepte ist jeder einzelne Betrieb. Die Schutzkonzepte können mithilfe der Mustervorlagen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und der Rahmenkonzepte der Branchenverbände erarbeitet werden. Informationen dazu finden Sie hier.

Das Arbeitsinspektorat des Amtes für Wirtschaft und Arbeit kann Kontrollen durchführen.

Über die weiteren Lockerungsschritte informiert der Bundesrat am 27. Mai 2020.

 

Entschädigungsregelungen der Fachstelle Integration

Die bundesrechtliche Anordnung, dass grundsätzlich alle präsenzbasierten Bildungsangebote vorübergehend eingestellt werden, bedeutet, dass ein grosser Teil der subventionierten Sprach-, Bildungs- und weiterer Integrationsangebote aktuell nicht wie gewohnt durchgeführt werden bzw. entsprechende Leistungsvereinbarungen nicht eingehalten werden können.

Bis zum 8. Juni 2020 gelten die bisherigen Regelungen, wie sie von der Fachstelle Integration am 1. April 2020 kommuniziert wurden: Die Fachstelle sichert den Vertragspartnerinnen und -partnern die in den Leistungsvereinbarungen geregelten Subventionen trotz Leistungseinschränkungen und -ausfällen zu.

Unser gemeinsamer Auftrag lautet, die Integration der Migrationsbevölkerung im Kanton Zürich zu fördern. Daher dürfen die getroffenen Massnahmen keinen Stillstand bedeuten. Es gilt Lösungen zu finden und umzusetzen, um die Integrationsförderung auch unter den aktuellen Umständen aufrechtzuerhalten. Die Zusicherung der Fachstelle ist aus diesem Grund an folgende Leistungen Ihrerseits gebunden:

  • Sie stellen, soweit möglich, angepasste und alternative Formen der Leistungserbringung bereit (Distance Learning, Distance Coaching oder andere Formen von ortsunabhängigem Lehren, Lernen und Beraten).
  • Sie bleiben aktiv mit den Kursteilnehmenden in Kontakt und informieren diese über die aktuellen Entwicklungen auch in Bezug auf eine spätere Weiterführung der Kursangebote.

Empfehlungen alternativer Leistungserbringung

Im Folgenden finden Sie Empfehlungen zu alternativen Formen der Leistungserbringung. Diese sind in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vertragspartnerinnen und -partner der Fachstelle entstanden und basieren auf Erfahrungswerten der ersten Wochen der ausserordentlichen Lage. Bei Bedarf bietet die Fachstelle weitergehende Beratung an und organisiert Austauschplattformen.

Um Anbietende in der gegenwärtigen Situation bei der Umstellung auf digitale Alternativen zum Präsenzunterricht zu unterstützen, führt der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) verschiedene Aktivitäten durch. So ist ein virtueller Open Space in Planung, der Weiterbildungsanbietenden als Austauschplattform dienen soll. Zudem hat der SVEB sein Informationsangebot zum digitalen Lernen ausgebaut.

Einstellung der kantonal subventionierten Sprach- und Integrationsförderkurse

Der Präsenzunterricht wird in allen im Rahmen des KIP subventionierten Sprach- und Integrationsförderkursen bis vorerst 8. Juni 2020 eingestellt.

Nach Möglichkeit werden diese Angebote aber weiterhin über alternative Kanäle weitergeführt (Telefon, Internet, Distance Learning etc.).

Die Gesundheit der Kursteilnehmenden, der Lehrpersonen, der Mitarbeitenden in den Organisationen sowie aller Angehörigen ist oberstes Ziel. Durch das Einstellen des direkten Kontakts in den Dienstleistungen bzw. Angeboten soll die Übertragung des Covid-19-Virus verlangsamt bzw. reduziert werden.

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