Neuzuziehende persönlich zu begrüssen, zahlt sich aus

12.07.2016 - Medienmitteilung

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Immer mehr Zürcher Gemeinden begrüssen ihre Neuzuziehenden im Rahmen von individuellen Begrüssungsgesprächen. Die Kantonale Fachstelle für Integrationsfragen hat den Nutzen und die Wirkung dieser Gespräche untersuchen lassen. Das Resultat ist erfreulich: Begrüssungsgespräche sind sowohl für Neuzuziehende als auch für die Gemeinden ein Gewinn.

Jedes Jahr ziehen gut 30‘000 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit neu in den Kanton Zürich. Um ihnen das Ankommen zu erleichtern, hat sich der Kanton zwei Ziele gesetzt: Alle aus dem Ausland zuziehenden Personen fühlen sich willkommen und sind über die hiesigen Lebensbedingungen und die wichtigsten Integrationsangebote informiert. Die Fachstelle für Integrationsfragen, zuständig für die Koordination der Integrationsarbeit im Kanton, empfiehlt den Gemeinden zu diesem Zweck, Neuzuziehende mittels persönlichen Erstgesprächen zu begrüssen. So werden sie individuell und bedarfsgerecht informiert. Die Fachstelle stellt den Gemeinden dazu einen Leitfaden und weitere Hilfsmittel zur Verfügung. Inwiefern diese Gespräche tatsächlich die erwünschte Wirkung zeigen, liess die Fachstelle in einer breit angelegten Studie untersuchen.  

1'855 Neuzuziehende und 101 Gemeinden befragt

Im Frühling 2015 lud das beauftragte Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) alle Zürcher Gemeinden ein, an einer Befragung teilzunehmen, um die Angebote im Bereich der Erstinformation detailliert zu erfassen. 101 Gemeinden nahmen die Einladung an. Im Sommer/Herbst 2015 befragte das Büro BASS 5'131 neuzugezogene Ausländerinnen und Ausländer im Kanton Zürich und erhielt 1'855 auswertbare Fragebögen. Schliesslich wurden im Frühling 2016 in vier Gemeinden unterschiedliche Varianten der individuellen Begrüssungsgespräche im Detail untersucht.

Positive Wirkung bestätigt

Die Studienergebnisse sind erfreulich und belegen die Wirkung der Gespräche. Personen, die an Begrüssungsgesprächen teilgenommen haben, sind besser informiert, besuchen eher einen Deutschkurs und empfinden die Behörden als freundlicher. Bereits die Einladung für ein individuelles Erstgespräch erhöht das Gefühl, am neuen Ort willkommen zu sein. Die Zuziehenden schätzen den freundlichen Empfang und die Möglichkeit, leicht zu wichtigen Informationen über die neue Gemeinde zu gelangen.  

Kommunale Willkommenskultur weiter fördern

Die Studie bestätigt, dass ein Schlüssel zum erfolgreichen Einleben am neuen Ort das Gefühl ist, willkommen zu sein. Gemeinden, die eine aktive Willkommenskultur pflegen, profitieren. Individuelle Erstgespräche sind ‒ neben anderen Massnahmen ‒ ein geeignetes Instrument, diese Kultur zu stärken. Der Integrationsprozess hängt einerseits von den Integrationsbemühungen der Zuziehenden ab, wird aber nicht zuletzt massgeblich von der Haltung der Aufnahmegesellschaft geprägt. Freundlichkeit, Respekt, Offenheit und das Schaffen von geeigneten Strukturen tragen dazu bei, dass Neuzuziehenden das Ankommen gelingt.

Die Fachstelle wird zusammen mit den Gemeinden die Empfehlungen der Studie diskutieren und die Gemeinden mit geeigneten Massnahmen darin unterstützen, ihre kommunale Willkommenskultur weiter zu fördern.

(Medienmitteilung der Direktion der Justiz und des Innern)

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